Vereinsleben
Unsere Reise in das Museum
Papiermühle Homburg zur
6. Jahreshauptversammlung des BDK e. V. 2004/2005
- eine Versammlung für alle Sinne!
Am 15.4. fanden sich 12 Nordlichter in
zwei Abteilen
im ICE von Hamburg nach Würzburg ein und lernten sich bei
dieser
Gelegenheit näher kennen. In Würzburg
stießen weitere
Teilnehmer dazu. Zwei vorbestellte Taxis füllten sich, um alle
quer durch das frühlingshafte, sonnendurchflutete Frankenland
zum
Ziel zu transportieren.
Die Familie Follmer nahm uns herzlich in Empfang. Nachdem die Koffer in
den Unterkünften abgegeben waren, gab es ein erstes
"Arbeitsessen"
im Gasthof Krone.
Der Nachmittag stand jedem zur freien Verfügung. Für
den
Abend trafen wir uns im Weingut Martin zur Weinprobe. Der Chef des
Hauses bot zur fränkischen Brotzeit seine flüssigen
Köstlichkeiten und seine großen
önologischen
Kenntnisse. Nüchtern betrachtet, ein gelungener Auftakt.
Am Samstag führte uns Johannes Follmer zur Vertiefung des
frisch
erworbenen Wissens um die Weinbaukunde bei einem Morgenspaziergang auf
den Homburgischen Hausweinberg Kallmuth, von dessen Höhe man
über die Reben hinweg einen wundervollen Blick auf den Main
hat,
und weiter zum zweiten Anbaugebiet, der "Edelfrau", die am Abend vorher
ebenfalls mit von der Öno-Partie war. Küchenschelle,
Schlüsselblumen, Veilchen und viele Weinbergschnecken gab es
in
Hülle und Fülle.
Nach zweistündiger Wanderung erwartete uns im modernen Anbau
des
Museums eine üppige fränkische Brotzeit. Weitere
Vereinsmitglieder und Gäste, die diese Gelegenheit nutzten,
den
BDK e.V. und seine Arbeit kennen zu lernen, waren hinzugekommen. Laut
Johannes Follmer war unser Treffen die erste offizielle Veranstaltung
in diesen neu gestalteten Räumen. Dann ging es locker
über in
unsere Jahreshauptversammlung mit Berichten über Arbeit,
Nutzen,
Finanzen, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunftsplänen des
Vereins.
Nach Beendigung dieser Pflicht kam die Kür - Johannes Follmer
führte uns durch seine schöne Papiermühle.
Der Rundgang begann am Mühlrad - rechtsdrehendes Wasser! - und
führte durch alle Etagen des Mühlenbetriebes bis
unter das
Dach, wo die Papiere zum Trocknen hingen.
An der Bütte demonstrierte der Meister persönlich die
Kunst
des Papierschöpfens und erklärte, wie Wasserzeichen
ins
Papier kommen. Sein Vorschlag an die Besucher, einmal selbst einen
Bogen zu schöpfen, wurde freudig angenommen – mit
vorzeigbaren
Ergebnissen.
Nach dieser mehrstündigen, sehr kurzweilig und hoch
informativen
Führung durch das Zauberreich des Papierschöpfens
stärkte sich die Versammlung mit Mutter Follmer‘s
vorzüglichem Kaffee und selbstgebackenem Kuchen im Hof der
Mühle bei herrlichem Sonnenschein.
Es war gerade noch Zeit für eine
„Auffrischung“, denn bereits um
18 Uhr stand ein besonderes Konzert im Schloss Homburg auf dem
Tagungsprogramm. Just an diesem Wochenende tagte dort die Deutsche
Clavichord Societät. In diesem wunderbaren
Fachwerkgebäude
Musik von Haydn, Mozart, Bach und weiteren Komponisten des 18.
Jahrhunderts auf Clavichord und Tafelklavier zu hören, war ein
Genuss.
Doch Michael Günther, „Schlossherr“ und
Besitzer bedeutender
Tasteninstrumente des 17. und 18. Jahrhunderts, sorgte für das
Highlight. Er führte uns nach dem Konzert durch seine
herrliche
Sammlung und beeindruckte uns tief mit seinem umfassenden Wissen und
seinem perfekten Spiel auf diesen wunderschönen Instrumenten.
Dazu
der Blick in die weite Landschaft, gefärbt vom
Sonnenuntergang! Ah!
So kamen wir verspätet in die „Krone“, wo
der Koch bereits
verzweifelt die Knödel drehte, Fleisch klopfte, Salat
köpfte
und Bier zapfte und Wein abfüllte – hungrig und
durstig griffen
wir zu Besteck und Glas und genossen diese köstliche
fränkische Küche. Bis weit nach Mitternacht ging es
hoch und
immer höher mit der guten Laune und endete dann am
frühen
Morgen (nach einem weiteren nötigen Absacker auf dem Heimweg)
in
den wohl vorbereiteten Daunen der gastfreundlichen Homburger.
Am Sonntag Morgen zeigte sich die gute Kondition unserer
Vereinsmitglieder (und die Qualität des Weines).
Pünktlichst
und mit klarem Kopf trafen sich alle wieder an der
Papiermühle. Es
begann ein herzliches Abschiednehmen von der Familie Follmer, die uns
so wunderbar betreut, beherbergt, verköstigt und mit neuem
Wissen
versorgt hatte.
Taxi und Privattaxi des Ehepaars Pohl aus Blender (nochmals danke!)
standen bereit und fuhren uns zurück nach Würzburg.
Die
Residenz mit seinem berühmten Treppenhaus von Tiepolo und die
herrlich blühenden Parkanlagen waren unser Ziel. Fast
erschlagen
von so viel Prunk, Gold, Stuck und Tapisserien, stärkten wir
uns
im „Bürgerspital“ noch schnell vor
unserer Abreise mit einem letzten Viertel vom Fränkischen und
„Blauen Zipfeln“ und erreichten – dank
eines wieselflinken Kellners –
pünktlich den Bahnhof und unseren IC.
210 Minuten verflogen im Nu bei fröhlichen Gesprächen
und
einer letzten (ja wirklich!) kleinen Weinprobe.
Wie war das mit den Sinnen?
für
das
Auge
die schöne Landschaft, das malerisch gelegene
Städtchen
für das
Ohr
das herrliche Konzert
für das
Anfühlen
Papier, Papier
für den
Gaumen
die gute fränkische Küche
für die
Nase
Frühlingsdüfte
für den
Geist
viel Neues über Papierkunde, Musik, Wein und Vereinsmitglieder
für die
Seele
die herzliche Gastfreundschaft
und für den
Verein?
eine wunderbare Jahreshauptversammlung!
Wir bedanken uns bei der Familie Follmer, den Vereinsmitgliedern und
allen Helferinnen und Helfern ganz herzlich.
Der Vorstand
Weitere Infos über die Papiermühle:
www.papiermuehle-homburg.de